Der Landkreis Esslingen erhält für den Bau eines zusätzlichen barrierefreien, nicht anonymen Frauen- und Kinderschutzhaus eine Förderung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration in Höhe von rund 1,8 Millionen Euro. Das teilen die beiden Landtagsabgeordneten Andreas Deuschle (CDU) und Andrea Lindlohr (Grüne) mit.
„Wir tragen die Verantwortung, den Schutz von Frauen und Kindern kontinuierlich auszubauen. Mit dem neuen zusätzlichen Schutzhaus im Landkreis Esslingen schaffen wir dringend benötigte Schutzplätze und machen einen wichtigen Schritt hin zu einem flächendeckenden, bedarfsgerechten Hilfesystem“, so Andreas Deuschle.
„Dass das neue Frauen- und Kinderschutzhaus barrierefrei wird ist ein großer Fortschritt für die Betroffenen. Damit wird auch für schutzbedürftige Frauen und Kinder mit Behinderung ein neues Angebot geschaffen“, betont Andrea Lindlohr.
Mit der Förderung von 1,8 Millionen Euro übernimmt das Land 75 Prozent der Gesamtkosten von 2,4 Millionen Euro. Das neue Schutzhaus wird zwölf weitere Plätze für Frauen und ihre Kinder schaffen und so die Kapazität im Landkreis Esslingen deutlich erweitern. Betreiberin ist die Caritas Region Fils-Neckar-Alb des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart e. V.
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Der Ausbau des Schutzangebots für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder ist ein zentraler Baustein der landesweiten Umsetzung des Gewalthilfegesetzes, das ab 2032 einen Rechtsanspruch auf umfassenden Schutz und Beratung vorsieht. Die Landesregierung wird das Hilfesystem in Baden-Württemberg ausbauen und das Netz der Frauenhäuser und Beratungsstellen verdichten. So soll der Schutz und Unterstützung bei akuter Gefährdung sichergestellt werden und Gewaltkreisläufe durch Prävention und Beratung durchbrochen werden. Der Landkreis Esslingen hatte sich gemeinsam mit dem örtlichen Frauen- und Kinderschutzhaus um einen weiteren Schutzhausstandort eingesetzt. Trotz Befürwortung des Landes wurde das Projekt im Rahmen des Bundesinvestitionsprogramms „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ nicht berücksichtigt. Die aktuelle Landesförderung schließt diese Lücke nun und garantiert den benötigten Ausbau des regionalen Hilfesystems. Die Fertigstellung des neuen Frauen- und Kinderschutzhauses ist für das Jahr 2027 geplant.